DER WOLF, DER KEINER IST

Hast du dieses wunderschöne Tier

mit den ellenlangen Beinen und den flauschigen Ohren

schon einmal bewundern dürfen?

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Es handelt sich um einen Mähnenwolf.

 

Anders als sein Name vermuten mag, handelt es sich um einen Wildhund.

Der zweite Teil ist dagegen treffend, denn das Tier besitzt eine schwarze Schultermähne,

die er als Drohgebärde zu einem Kamm aufstellt. 

 

Auffälliger noch als die Mähne sind die langen, dunklen Beine. Daher wurde lange Zeit davon ausgegangen, dass es sich um einen schnellen Jäger handeln musste. In Wahrheit ist der Mähnenwolf kein Hetzjäger wie der Wolf oder Wildhunde.

Seine stelzenähnlichen Beine verleihen ihm eine Schulterhöhe von 85 cm, was ihm einen weiten Überblick über die Grassteppen sichert. 

(Copyright Zoo Leipzig) 

 

Er ist in den Savannen Südamerikas beheimatet.

 

Wohl fühlt er sich in hohen Grasmeeren, Buschländern

und auch in feuchten, teils überschwemmten Grasgebieten.

 

Am Tag rasten die Tiere in Galeriewäldern

und an sumpfigen Flussläufen.

Das Revier reicht zwischen 25 bis 60 Quadratkilometer.

Copyright: (Von Christian Mehlführer, User:Chmehl - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=6678850)

Mit einem Wolf hat der Mähnenwolf nichts gemein, auch ist er mit keinem lebenden Wildhund nahe verwandt.

Lange Zeit wurde eine Verwandtschaft mit Kampffüchsen Südamerikas wie dem Andenschakal vermutet.

Bereits vor 6 bis 7 Millionen Jahren haben sie sich vom gemeinsamen Vorfahren, dem Waldhund, auseinander entwickelt. Er ist der größte Überlebende seiner Gattung der südamerikanischen Großtierfauna des Pleistozän.  

 

Außerdem gibt es keine Unterarten des Mähnenwolfs.

Er ist demnach einmalig.

 

Eine weitere Besonderheit des Mähnenwolfs ist sein Passgang.

 

Bei dieser Gangart werden jeweils Vorder- und Hinterbein derselben Körperseite gleichzeitig nach vorne bewegt. Die schaukelähnliche Bewegung ist von Islandpferden und Kamelen bekannt.

Im Tierreich ist diese Fortbewegungsart nur sporadisch anzufinden, bei einem Raubtier noch viel seltener. 

Copyright: (Von Eadweard Muybridge, Waugsberg, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=1256719)

Nicht allein äußerlich,

auch vom Verhalten weicht der Wildhund von Wölfen und anderen Wildhunden ab.

 

Der größte Unterschied:

Sie schließen sich nicht zu einem Rudel zusammen.

 

Zwar teilen ein Männchen und Weibchen gemeinsam ein Territorium, doch sie bevorzugen die Einsamkeit und gehen allein auf Futtersuche. Nur nach der Geburt ist die Partnerschaft enger und der Rüde hilft bei der Aufzucht der Welpen, die in der Regel drei an der Zahl sind. 

Copyright: (Von Ltshears - Trisha M Shears - Eigenes Werk, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=1896577)

 

Auch was beim Mähnenwolf auf dem Speiseplan steht,

würde einem Wolf nur wenig munden.

 

Ihre Zähne sind so weit zurückgebildet, dass sie keine großen Tiere erjagen und zerlegen können.

Trotz ihrer Größe sind Mähnenwölfe auf kleine Beutetiere wie Kaninchen, Nagetiere, Vögel und Insekten spezialisiert.

Vor allem in der Cerrado-Region stellt das Siebenbinden-Gürteltier eines der wichtigsten Beutetiere dar.

Einen großen Anteil seiner Nahrung machen Pflanzen aus, sowie Solanum lycocarpu, bekannt als „Wolfsapfel“. 

 

Bei der Jagd kommen verschiedene Techniken zum Einsatz. Kleinnager, wie Meerschweinchen, Ratten oder Mäuse graben die Mähnenwölfe aus oder beschleichen und erbeuten sie mit einem finalen Satz. Fliegende Vögel und Insekten fangen sie mit Sprüngen in der Luft. Nur selten werden größere Beutetiere wie Pampashirsche überwältigt. Echsen, Wurzeln und Vogeleier werden auch nicht verschmäht. 

 

Weiterer Unterschied zum Wolf:

Sie heulen nicht.

 

Da sie nicht in einem Rudel sind, ergebe das auch keinen Sinn, da Wölfe heulen, um ihre Bände im Rudel zu stärken und ihr Rudel vor Rivalen größer wirken zu lassen.

Der typische Laut ist ein Bellen, das man zu jeder Tages- und Jahreszeit vernehmen kann. 

Die einzige Gemeinsamkeit, die er mit dem Wolf besitzt, ist leider eine traurige.

 

Ebenso wie der Wolf ist auch der Mähnenwolf

vom Aussterben bedroht.

 

Seit 1978 bemüht sich der WWF besonders um diese Art. Trotz gesetzlichem Schutz der Tiere in Brasilien und Argentinien steht der Mähnenwolf auf der Roten Liste der vom Aussterben bedrohten Tierarten. Man geht insgesamt von einem Gesamtbestand von etwa 13.000 adulten Tieren aus, wobei die Tiere in den meisten Gebieten in recht geringen Bestandsdichten vorzukommen scheinen.

 

Bedrohungen stellen Lebensraumzerstörungen, Verkehrsunfälle und Angriffe durch Haushunde dar. Mähnenwölfe sind scheue Tiere, die die Weiten der Savanne durchstreifen. Tagtäglich aber legen Menschen in eben diesen Grasländern neue Pflanzungen an, umzäunen neue Viehweiden und breiten sich weiter aus.

 

Zum Glück kommen Mähnenwolfe auch in geschützten Gebieten vor, wie etwa dem Emas-Nationalpark in Brasilien. 

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