DAS GEHEIMNISVOLLE VOYNICH MANUSKRIPT


(Copyright: galileo.tv)

 

 

 

Ob das interessant wird,

mag sich manch einer fragen.

 

 

Nun es kommen Bilder von nackten Frauen,

die in einer grünen Wanne tanzen, darin vor. 

(Copyright: http://www.berfrois.com/2016/12/nude-ladies/)

 

 

Gleich vorweg

das Manuskript wurde nicht nach dem Autor genannt,

sondern nach dem Herrn Voynich,

der die Seiten 1912 erwarb. 

 

(Copyright: http://voynichportal.com/category/voynich-solutions/)

Was ist so besonders an dem Manuskript?

 

Nun, es wurde in einer bis heute nicht identifizierbaren Schrift und Sprache geschrieben.

Nach wie vor ist sein Inhalt verschlüsselt.

 

Es steht sogar die Frage offen, ob das Werk überhaupt etwas Sinnvolles vermittelt.

Die Abbildungen darin wurden aufwendig skizziert und scheinen sowohl einen botanischen, wie anatomischen und gar astronomischen Zusammenhang zu haben.

 

Die nackt tanzenden Frauen würde ich persönlich eher der Abteilung Anatomie zuordnen.  

Wie alt ist das Manuskript?

 

Das ist schwer einzuschätzen. Wir erinnern uns, der Text wurde in einer unbekannten Sprache geschrieben.

 

Jedenfalls ist es bereits so alt, dass es sich einst im Besitz des Kaisers Rudolf II. des Heiligen Römischen Reichs befand.

 

1962 schätzten Experten das Werk anhand des Materials und des Schreibstils auf 1500 nach Christus. Hauptsächlich stützt sich die Datierung an den Illustrationen. Dabei wurde auf Kleidung und Haartracht der damaligen Mode geachtet.

 

Da sage mal einer, es sei unnütz, sich für Fashion zu interessieren.

 

Erst 2009 wurde anhand einer Radiokarbonanalyse (klingt schon mal sehr gewichtig) in Instituten in Chicago und Arizona Proben untersucht. Dadurch kann die Entstehung des Werks zwischen 1401 und 1438 bestimmt werden.

 

Jetzt sind wir etwas schlauer. Aber ...

Wo ist das Manuskript entstanden?

 

Da der Einband des Werks weder einen Titel noch Autorennamen trägt, ist die Einteilung schwierig.

 

Die Schwalbenschwanzzinnen – was für ein Zungenbrecher – auf verschiedenen Illustrationen lassen die Erschaffung der Handschrift in Oberitalien vermuten.

 

Es wäre zutreffend, da die Frührenaissance Norditaliens eine Hochburg der Kryptologie darstellte.

 

Einfacher ausgedrückt: Die italienischen Gelehrten waren damals große Fans der Geheimniskrämerei. 

(Copyright: Von Trackler (image processed) - http://beinecke.library.yale.edu/dl_crosscollex/brbldl/oneITEM.asp?pid=2002046&iid=1006231&srchtype=ITEM, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=8671705)

Was geschah nach der Entstehung?

 

 

Nach seiner Vollendung wanderte das Schriftstück durch viele Hände, angefangen von einem böhmischen Hofpharmazeut, weiter zu einem Alchemisten, anschließend zu einem jesuitischen Universalgelehrten.

 

Wo es sich in den zweihundert Jahren zwischen 1666 und 1870 befand, weiß niemand.

Wahrscheinlich verstaubte es da schon in irgendeiner Kiste. 

Wie kam das Manuskript wieder ans Licht?

Hier nun einen Ausschnitt aus Voynichs Fundbericht,

der das Manuskript wieder zu Tage gefördert hat:

 

„Im Jahre 1912 […] stolperte ich über eine sehr bemerkenswerte Sammlung kostbarer illuminierter Handschriften. Jahrzehntelang waren sie in Kisten begraben gewesen, wo ich sie in einem alten südeuropäischen Schloss fand. Die Sammlung war dort anscheinend infolge der politischen Unruhen des frühen 19. Jahrhunderts untergebracht worden. […] Während ich die Handschriften in Hinblick auf einen Ankauf wenigstens eines Teils der Sammlung untersuchte, wurde meine Aufmerksamkeit von einem Band besonders angezogen. Es war ein so hässliches Entlein, verglichen mit den anderen, mit Gold und Farben reich verzierten Manuskripten, dass meine Neugier sogleich erregt war.“

 

 

Nach wie vor ist unklar, wie genau das Schriftstück in Voynichs Besitz kam. Er selbst schwieg sich zeitlebens darüber aus. Vielleicht verbirgt sich dahinter auch noch eine interessante Geschichte. 

Wie kam das Manuskript nun wieder an die Öffentlichkeit?

 

Nach Voynichs Ableben erbten seine Frau Ethel und Anne Nill, seine langjährige Sekretärin, das Werk.

 

Als dann auch die Frau verstarb, verkaufte die Sekretärin das Schriftstück für 25.000 US-Dollar an einen Buchhändler.

 

Nachdem er ohne Erfolg versucht hat, es gewinnbringend zu verkaufen, stiftete er das Manuskript 1969 der Yale-Universität. 

Warum wird es Manuskript und nicht Buch genannt?

Wir kommen auf das hässliche Entlein zurück, wie Voynich es ausgedrückt hat.

Das Werk ist aus mehreren Lagen Pergament zusammengeheftet. Da es weder mit einem Einband versehen ist noch die Seiten gebunden sind, erweckt es den Eindruck eines unfertigen Manuskripts, statt den eines Buches. 

Ursprünglich musste es mindestens 20 Lagen besessen haben, zwei davon sind leider im Fluss der Zeit verloren gegangen.

(Copyright: http://www.historicalblindness.com/blogandpodcast//the-found-manuscript-of-wilfrid-voynich) 

Was beinhaltet nun das Manuskript?

 

 

Wie gesagt, kann man darüber nur Vermutungen anhand der Illustrationen anstellen.

 

Einige Abschnitte zeigen Abbildungen verschiedener Pflanzen. Sie mögen uns bekannten Pflanzen ähneln,

doch unterscheiden sie sich durch wichtige Einzelheiten. 

 

In einem anderen Teil finden sich ganzseitige, kreisförmige Diagramme mit Sonne, Mond und Sternen versehen.

 

Eine Folge von zwölf Seiten steht offenbar für Tierkreiszeichen. Im Zentrum sitzen mehrfach Frauen in Zuber oder Fässern, mehrfach nackt. 

 

Ja, schon wieder nackte Frauen.

Da sage mal einer, die im Mittelalter seien sie prüde gewesen. 

 

Wenn wir schon beim Thema sind: 

Was hat es mit den nackten Frauen auf sich?

 

Im rätselhaftesten als auch faszinierendsten Teil des Werk,

der „balneologische“ Abschnitt wie er genannt wird,

wird der Betrachter von nackten Frauen schier erschlagen.

 

Diese waten oder tanzen durch Wannen, vielleicht sind es auch Teiche, das weiß niemand. Höchst seltsam ist dabei, dass diese Wannen mit komplizierten Röhrensystemen verbunden sind, die manchmal organisch und dann wieder mechanisch wirken, ja gar nicht mittelalterlich erscheinen.

 

Weshalb die Frauen geblähte Bäuche haben ist ebenso ungeklärt.

Vielleicht schwanger, zu viel gegessen, Blähungen?

Je nachdem, was daneben geschrieben steht, könnten hier abgebildet sein:

 

·         einfach nur badende Frauen,

·         menschliche Organe, vielleicht auch jene zur Fortpflanzung

·         Wein kelternde Frauen,

·         Seelen auf Wanderschaft

 

 

oder etwas vollkommen anderes. Sei frei auch Deine Interpretation in den Kommentaren zu hinterlassen. 

Was ist das für eine Geheimsprache?

 

Der Text wirkt wie in einer echten Sprache verfasst. Er wurde von links nach rechts geschrieben, die Buchstaben sind durch Zwischenräume voneinander getrennt, größere Spalten trennen diese in Wörter und es ist sogar eine Absatzgliederung zu erkennen.

 

 

Höchst bemerkenswert:

Die Schrift erscheint flüssig geschrieben, als wäre der Verfasser geübt darin gewesen, in dieser Form zu schreiben. Wir alle kennen die Kritzeleien, wenn wir versuchen, eine unbekannte Schrift „abzumalen“. Was heißen mag, dass der Autor bereits Erfahrung im Niederschreiben seiner Geheimschrift hatte. 

Ein Werk, das niemand lesen kann, und doch so viele beschäftigt. 

Zahlreiche und ich meine wirklich zahlreiche Fachleute haben versucht, das Manuskript zu dechiffrieren und haben sich gegenseitig mit Theorien übertrumpft. 

 

Obwohl bis heute niemand weiß, was in den Seiten geschrieben steht, inspirierte es unterschiedliche Schriftsteller, sowie Harald A. Jahn, dem Verfasser von „Das verdammte Manuskript“, Robin Wasserman, der Autor von „Das Buch aus Blut und Schatten“, und Marianne MacDonald, zu ihrem Roman „Tod zwischen den Zeilen“, um nur einige zu nennen. 

 

Selbst in der Geschichte von Indiana Jones und der Stein des Weisen

ist das Manuskript der Weg zum Grab des Hermes,

wo sich das Relikt befinden soll. 

 

Ich habe mich auch nicht verschrieben, ich meine wirklich,

Indiana Jones und der Stein der Weisen,

nicht Harry Potter. 

Was immer im Manuskript wirklich stehen mag, Tatsache ist,

wenn es in lesbarer Schrift verfasst worden wäre,

hätte es wohl kaum so viel Aufmerksamkeit bekommen.

 

 

Letztlich ist es das Geheimnisvolle, das Unbekannte, das uns kitzelt.

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