TEUFEL UND HÖLLE IM MITTELALTER

Satan gibt es erst seit 553

 

 

Zumindest wurde er in jenem Jahr zum ersten Mal offiziell anerkannt bei einem ökumenischen Konzil.

 

 

Vor dem sechsten Jahrhundert sind nirgendwo Abbildungen des Teufels zu finden. 

 

 

 

 

Ab dem Moment jedoch

und vor allem das ganze Mittelalter hindurch wurden

Teufel, Dämonen und allerlei Darstellungen von der Hölle über ganze Kirchenwände gezeichnet.

 

 

Ebenso tummelten sie sich in Buchillustrationen, Gemälden, Skulpturen und der Architektur.

 

 

Teufel und Hölle waren immerzu präsent. 

 

Es gab eine feste Vorstellung, wie Jesus und die Heiligen auszusehen hatten.

 

Teufel und Dämonen hingegen konnten ohne jede Vorschrift, frei nach der Fantasie und Willkür des Künstlers skizziert werden.

 

Vielleicht nicht der Hauptgrund, aber möglicherweise mit ein Grund, weshalb es so viele Abbildungen gibt. 

 

 

Auf jeden Fall der Grund, warum der Blick des Betrachters eher bei den teuflischen Fratzen hängen bleibt als beim den christlichen Gesichtern, die keinerlei Abwechslung bieten.

 

 

Das hat auch nichts mit fehlender Frömmigkeit zu tun, unsere Gehirne nehmen das Gewohnte irgendwann nicht mehr wahr.

 

 

Alles, was Gefahr bedeuten könnte hingegen, springt uns unmittelbar ins Auge. 

 

 

 

Passend zum Thema

haben wir hier ein Bild von Jesus, der den Teufel bezwingt.

 

Ein bisschen erweckt es den Eindruck,

als würde Satan grinsen und die Taimassage genießen. 

 

 

Zurück zu Satan.

 

Dieser konnte zu jeder Zeit als Mann, Tier oder Kreatur der Fantasie in Erscheinung treten.

 

Ein richtiger Showmaster würde man heute sagen.

 

 

Doch an einem Punkt ist er meistens zu erkennen.  

Wieso hat der Teufel Hörner?

 

 

Wenn es in der Bibel keinerlei konkrete Beschreibung vom Teufel gibt, wie konnten sich dann Hörner und Ziegenbeine so durchsetzen?

 

 

Nun, da die Künstler auch keinerlei Ahnung hatten, haben sie sich an Götter anderer Kulturen orientiert, wie Pan und Dionysos und Poseidon mit seinem Dreizack aus der griechischen Mythologie. 

Satan ist an allem Schuld

 

 

Ob Krankheit, Unfälle, unmoralisches Verhalten, Missernten, Naturkatastrophen, der Schuldige war immer der Teufel.

 

 

Außerdem wurde geglaubt, dass er der Anführer der Feinde der Kirche wie der Ketzer, der Muslime und der Juden sei.

 

 

 

Also ganz schön beschäftigt der Satan.  

Wer ist eigentlich dieser Teufel?

 

 

 

 

 

Beim Anblick des missgestalteten Satans wird keiner von selbst auf den Gedanken kommen,

dass er einst zu Gottes mächtigsten Engeln gehörte.

 

Luzifer wurde er damals genannt. 

 

 

 

Doch er und seine Gefolgsleute rebellierten gegen Gott.

 

Der Erzengel Michael, der Erste, der sich weigerte, sich Luzifers Rebellion anzuschließen, wurde als der Anführer der himmlischen Streitmacht berufen.

 

Die beiden Seiten bekämpften sich, Luzifer wurde besiegt und prompt aus dem Paradies geworfen.

 

Also da oben sitzen nicht nur Harfe spielende Englein auf den Wolken,

es können sich auch ganze Schlachten abspielen. 

 

 

 

Satan wurde es erlaubt, zu leben

– aus welchen Gründen auch immer.

 

Gottes Gründe sind unergründlich, wie es so schön heißt.

 

Der Teufel war auch nicht müssig und errichtete sein eigenes Königreich, bekannt als die Hölle.

 

 

Diese dämonische Welt hatte nur einen Zweck:

 

Die Menschheit dazu verführen, sich von Gott abzukehren. 

 

 

 

 

Die Kunst im Mittelalter war vorwiegend ein Machtinstrument der christlichen Kirche und somit die Hölle ein beliebtes Motiv.

 

 

Daher wird auch nicht gespart, um sie als Unterwelt darzustellen voller Monstrosität, Deformation und furchterregender Kreaturen,

designed um den Betrachter in Angst und Schrecken zu versetzen. 

 

 

 

Wer beim Anblick der mittelalterlichen Abbildung ins Schmunzeln gerät, darf nicht vergessen, dass die Leute der damaligen Zeit noch nicht abgehärtet waren durch Horrorfilme und dergleichen.

 

Außerdem wurden der Glaube und vor allem die Furcht vor dem Teuflischen bereits in Kindesalter eingepflanzt, wo sie immer tiefere Wurzeln schlugen.

 

 

 Aber wenn dem Teufel wortwörtlich die Flammen aus dem Arsch züngeln, dann ist es auch uns erlaubt, zu schmunzeln. 

 

 

 

 

Auf den Gemälden fahren alle Menschen ganz gleich welchen Stands in die Hölle. Es wurde nicht gezögert, Mönche, Nonnen, Bischöfe und manchmal sogar Päpste in die Unterwelt zu schicken.

 

 

Waren sie erst einmal unten angekommen, wurden sie alle nackt dargestellt, um zu zeigen, dass vor dem göttlichen Gericht alle gleich waren.

 

 

 

Kleider machen Leute, nun, in der Hölle nicht. 

 

 

Das Konzept des Teufels wurde von der Kirche massig genutzt, um ihren Einfluss über moralisches, soziales und auch politisches Verhalten zu mehren. Klare Schnitte wurden zwischen göttlich und gottlos gesetzt. 

 

 

Anzumerken ist auch, dass in der Renaissance, wo die christliche Kirche eine dominante soziale und politische Macht einhielt, der Teufel und seine Dämonen ebenso fröhlich, äh, mit Grauen weitergepinselt wurde. 

 

 

Die Kirche hat heute an Macht verloren,

die Medien und die Unterhaltungsindustrie dagegen gewonnen.

 

Und wer tummelt sich nun in diesen Gefilden? 

 


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